Was für eine Reise! 120 Trainings, 63 Pflichtspiele (Erfolgsquote 53-10 über Damen II, U18w und U16w hinweg), Turnier in Wien, die Meisterschaften in der U16w (Bayerische, RLSO und Deutsche), dazu die Bayerische U18w...
Hier endlich der Text unserer Online-Redaktion und die Fotos von Joel@jkmedien.info:
Nachdem die U16-Jahnlinge ohne jede Niederlage durch die Bayerische in Würzburg und die RLSO in heimischer Halle geradezu hindurchgeflogen waren, standen nun die Deutschen Meisterschaften mit ihrem Top-8-Format auf dem Programm – das Saisonziel war erreicht, jetzt musste sich zeigen, ob vielleicht sogar eine Medaille drin sein würde.
In unserer Gruppe am Start: SO1 München, SW2 Bruchsal, N2 BASS Berlin, W1 Bochum. Parallel kämpften SO2 Würzburg, SW1 Stuttgart, N1 Alba Berlin und W2 Leverkusen um den direkten Einzug in die Platzierungsspiele, es waren keine Überkreuzspiele angesetzt, denn es ging in vier Tagen viermal über die volle 4x10-Distanz.
Bestes Sommerwetter, pünktlicher ICE, ordentliches Hostel, nur zwei Ausfälle, sechzehn Ladies an Bord, dazu die Coaches Armin und Lars, Ana und Dani. Flugs die Halle gefunden – und erstmal die umsichtig gebuchte Wasser-Flatrate in Anspruch genommen: im Stuttgarter Kessel hatte es ordentliche 30° (gemessen vor der Halle im Schatten) bzw. 40° gemessen in der geschmeidig nach Süden ausgerichteten Halle.
BASS Berlin die ersten Gegnerinnen, mit schmaler Rotation, aber einer Handvoll WNBL-erprobter, groß gewachsener junge Damen am Start, da war Vorsicht und Konzentration geboten. Insbesondere im dritten Viertel gelang beides, die Defense packte beherzt zu und kassierte nur einen einzigen Korb, die erste Partie war entschieden, die Stimmung im Jahn-Lager entspannte sich, ab zu Pizza, Pasta, Hostel, Tag eins absolviert!
Jahn München gegen BASS Berlin: 63:37 (20:14, 32:24, 46:26) bei 9/20 Frw (45%) und vier Dreiern; beste Werfer Gloria Galusic 17 (zwei Dreier), Matilda Blanarik 14 (3/4 Frw, ein Dreier) und Fanny Kirchhoff 10 (2/4 Frw).
Eine Überraschung in der Münchner Gruppe A: Westmeister Bochum musste den Ausfall einer wichtigen Akteurin erleiden und kam anschließend nie mehr in den richtigen Modus, um den Südwestzweiten Bruchsal zu gefährden. Diese bestritten ihre Spiele mit immer derselben Personal-Rotation, mit immer derselben sehr einfachen, aber geschickten Spielanlage, mit maximaler Anzahl von Dribblings bis zum Abschluss oder zum Foulpfiff.
Tag 2. Der Zweck heiligt die Mittel heißt es und so kamen auch die Jahn-Mädels nie mit der Bruchsaler Spielweise zurecht, Fanny Kirchhoff schied im ersten Angriff mit schwerer Fußverletzung aus (musste anderntags nach Hause reisen), das erste Viertel endete 8:20 und ehe der Schock ein wenig verdaut werden konnte, da war das Spiel vorbei und verloren: 65:73, mit sehr langen Münchner Gesichtern auf der einen Seite und überaus berechtigten Glücksgefühlen auf der anderen.
Jahn München gegen Bruchsal: 65:73 (8:20, 25:34, 45:55) bei 11/21 Frw (52%) und vier Dreiern; beste Werfer Matilda Blanarik 20 (4/5 Frw, zwei Dreier), Gloria Galusic 15 (3/4 Frw), und Naima Tiyani 10 (1/2 Frw, ein Dreier).
Da war sie, die Turnier-Bewährungsprobe am dritten Tag. Nach zwei Gruppenspielen, unter schwierigen äußeren Bedingungen. Die Temperaturen waren am zweiten Tag eher noch geklettert, der bittere Ausfall einer Start-Spielerin, die unnötige, aber verdiente Niederlage gegen einen Außenseiter… Nun würde sich erweisen müssen, ob das Team sein Boot wieder auf Kurs bringt, ob die körperliche Fitness (das Verdienst von Coach Ana) und/oder die mentale Stärke (das Angebot von Coach Dani) den Ausschlag geben würden.
Und in dieser Stunde rückten die Mädels ganz eng zusammen, trafen sich ohne die Trainer-Crew, schmiedeten ihre Pläne und beschlossen, dass diese Deutsche in Stuttgart nicht nur als Erlebnis in Erinnerung bleiben, sondern auch ein Ergebnis schreiben sollte.
Vor dem dritten Tag war tatsächlich von Platz eins bis Platz acht alles noch drin, jede Konstellation war möglich – was für ein dramatischer Turnierverlauf! Voraussetzung für diverse Rechnereien war allerding ein Erfolg gegen den Westmeister Bochum. Ein weiteres sehr gutes Jugendprogramm, ein paar überragende Akteurinnen am Start, gut gecoacht, diszipliniert! Mit zwei Niederlagen jedoch ebenfalls enttäuscht, die Starting-Lineup entscheidend dezimiert; Jahn streifte die Probleme als erstes ab und konnte sich einen stets einstelligen Vorsprung sichern, mit vielen hochprozentigen Abschlüssen in Korbnähe.
Zweiter Sieg im dritten Spiel: nun war das Spiel um Platz drei gesichert und sogar das Finale war noch möglich, bei einem Sieg von BASS Berlin über Bruchsal, die sich aber treu blieben, zum dritten Male zu aller Überraschung siegten und damit Silber bereits sicher hatten!
Jahn München gegen Astrostars Bochum: 70:59 (16:12, 38:33, 59:54) bei 20/26 Frw (77%) und vier Dreiern; beste Werfer Lynn Wiebe 16, Gloria Galusic 15, Matilda Blanarik 13 (7/8 Frw).
Also doch noch um Bronze! Zu den tropischen Temperaturen kam jetzt noch das heimische Publikum hinzu, denn nachdem sie gegen Alba Berlin äußerst knapp den Kürzeren gezogen hatten wollten sich die gastgebenden Stuttgarter Mädels keinesfalls mit leeren Händen von den Ihren verabschieden. Die Halle kochte, die Halle brodelte, die MTVlerinnen waren sowas von ready, sich die Medaille zu schnappen!
Aber die Young Ladies vom Jahn waren es nun auch! Es entwickelte sich ein packendes Spiel um Platz drei, ein würdiger Saisonabschluss mit allen Attributen von Spitzen-Mädchen-Basketball! Fünfzehn Mal Gleichstand. Neunzehn Führungswechsel. 63% Freiwurfquote und sechs Dreier beim Jahn, 59% und fünf bei Stuttgart. Zehn Münchnerinnen mit Einsatzzeit, neun bei Stuttgart. Das dicht gepackte Publikum aus ganz Deutschland samt Bundestrainer-Riege begutachtete beiderseits erstaunliche Leistungen und sah, wie die Jahn-Mädels nach der Medaille griffen und sie nicht mehr losließen!
Jahn München gegen MTV Stuttgart: 70:66 (16:17, 36:31, 58:54) bei 12/19 Frw (63%) und sechs Dreiern; beste Werfer Matilda Blanarik 26 (3/4 Frw, drei Dreier), Naima Tiyani 13 (6/9 Frw, ein Dreier) Gloria Galusic 13 (ein Dreier).
Favorit Alba Berlin schnappte sich im anschließenden Endspiel erst nach 39 Minuten des Anrennens und Kämpfens den hauchdünnen 48:46-Sieg (Halbzeit -14!) und damit den Titel gegen Bruchsal, „das gallische Dorf inmitten all der römischen Legionen“ (Zitat Hallensprecher) und stellte damit folgende Reihenfolge her:
Alba Berlin
TSG Bruchsal
TS Jahn München
MTV Stuttgart
BASS Berlin
TG Würzburg
VfL Astrostars Bochum
Wings Leverkusen
Dieses tolle, anstrengende, dabei einwandfrei organisierte Endturnier für die besten deutschen U16-Teams wird in Erinnerung bleiben!
Fotos von Joel@jkmedien.info (c)
Und noch paar Eindrücke von den Turniertagen (Fotos: privat)